Ich durfte einen Hotelier in einer der schönsten Regionen der Welt besuchen. Diese Begegnung beeindruckte mich sehr. Die Landschaft ist einmalig. Leider mein Ärger fast grenzenlos, wenn ich sehe, wie unsorgfältig Zulieferanten arbeiten können.
Wasser ist das Theme von Schweiz Tourismus im Jahre 2012. Was liegt da näher als ein Abstecher in das Tal der 72 Wasserfälle. Lauterbrunnen. Im Jahre 1240 erstmals erwähnt, mit dem lateinischen Namen „claro fonte“. Die Trümmelbachfälle oder der Staubbachfall, der Goethe als Inspiration zu einem seiner berühmten Gedichte diente:
Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.
Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen
Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen,
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend
Zur Tiefe nieder.
Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.
Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin,
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.
Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus
Schäumende Wogen.
Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!
Johann Wolfgang von Goethe „Gesang der Geister über den Wassern „
Herrlich die Aussicht vom Balkon des Hotels Schützen auf den zweithöchsten Wasserfall der Schweiz. Wasser fasziniert mich. Bewegtes Wasser. Rauschende Bäche, tosende Wasserfälle, das Tosen der Brandung des Meers. Seen sind mir zu still. Ich „höre“ Wasser gerne. Daher war ich ganz froh, dass die Geschichte nicht stimmt, die ein Koreaner zum Besten gab. Er meinte, der Staubbachfall sei künstlich und werde Nachts abgestellt.
Andreas von Allmen, Hotelier im Schützen, weiss viele Geschichten über Wasser oder über die hunderten von Sagen, die es über das Lauterbrunnental gibt. Er erzählt sie gerne. Abends, am Stammtisch im Restaurant. Er erzählt sie seinen Gästen und sogar den Ansässigen, die sie noch nicht kennen. Er erzählt sie auf Deutsch, er erzählt sie auf Englisch. Und alle hören aufmerksam zu.
Das ist der schöne Teil im Leben eines Hoteliers, sich mit den Gästen unterhalten, sie betreuen, sie glücklich machen. Diese werden die Geschichten weiter erzählen, ihren Freunden, die aufmerksam zuhören und davon träumen, auch mal nach Lauterbrunnen zu fahren. Andreas begegnet seinen Gästen, so wie ich das in einem früheren Blogbeitrag forderte. Begegnen Sie Ihren Gästen oder inserieren Sie noch?
Daneben gibt es aber auch ein anderes Leben eines Hoteliers. Dinge, von denen ein Gast wenig bis nichts mitbekommt. Büroarbeiten, Umbaupläne, Mitarbeiterführung, Informatikprojekte, Einkauf, alles Arbeiten, für die es in einem grösseren Betrieb Spezialisten gibt. Ein Hotelier in einem unabhängigen, kleineren Betrieb jedoch muss ein Multitalent sein. Andreas ist ein solcher Allrounder. Unglaublich, was er alles weiss. Nur hat er wie viele andere Hoteliers ein Problem: Er hat nur 24 Stunden zur Verfügung.
All die Leute, die sich über die Qualität der Schweizer Hotellerie aufregen, sollten mal eine Woche mit Leuten wie Andreas tauschen. Ich bewundere solche Hoteliers, die ihren Betrieb erfolgreich führen, all die Probleme hinter der Fassade lösen und noch Zeit haben, den Gästen Geschichten über Wasser und Geister zu erzählen.
Gleichzeitig werde ich aber nachdenklich und wütend. Hoteliers wie Andreas sind auf exzellente Zulieferanten angewiesen. Jedem Metzger und Getränkelieferant ist das klar. Warum dann nicht den Webdesignern oder Marketing-Agenturen? Wie ich in einem früheren Artikel schrieb, habe ich 50 Hotels zufällig ausgewählt und deren Webseiten untersucht. Nicht eine einzige war fehlerfrei. Gäste analysieren Social Media der Hotels in der Schweiz – Teil I: Die Webseiten.
Leider ist auch die Webseite des Hotel Schützen nicht fehlerfrei. Dabei ist die Qualität des Auftritts im Web 2.0 gerade für ein Hotel entscheidend. Der potentielle Gast will für sein Geld eine bestmögliche Qualität. Und wie beurteilt er ein Hotel, wenn er es nicht kennt? Anhand der Visitenkarte im Internet.
Ich finde es so schade, dass Hotels potentielle Gäste verlieren, nur weil deren Webseite nicht das ausdrückt, was der Hotelier bietet: Gastfreundschaft, Wärme, Herzlichkeit und hohe Qualität, im Dienste des Gastes.
Aus diesem Grund habe ich speziell für Hotels ein Dienstleistungpaket entwickelt, den “Gästecheck Social Media Hotellerie“. Ich würde mich freuen, wenn wir in Kürze darüber sprechen könnten.
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Zu meiner Per
son: In 35 Jahren in rund 50 Ländern geschäftlich und privat unterwegs. Mehr dazu bei LinkedIn (Englisch), Xing (Deutsch), Twitter und Facebook.
Ich coache und berate KMU – mit Vorliebe aus dem Bereich Tourismus, Gastronomie und Hotellerie
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