China – Und das Halbwissen von Journalisten

In einem Artikel im Tages-Anzeiger (Link unten) schreibt die Autorin Manuela Kessler von den vielen Medaillen, die China im Vergleich zu Indien an den Olympischen Spielen in London gewinnt. Dann schreibt sie:

“In keinem anderen Bereich – ausser der öffentlichen Infrastruktur – fällt der Vergleich ähnlich brutal aus”.

 

 

Nun, Frau Kessler, dann haben Sie wohl nicht genügend recherchiert. Betrachten Sie das Bild unten genauer. Es zeigt massive Unterschiede auf. Die Tabelle ist so zu interpretieren (für die erste Zeile):China hat heute eine durchschnittliche Lebenserwartung von 73 Jahren. Indien eine solche von 65 Jahren. Vor 36 Jahren hatte China die gleiche Lebenserwartung, wie heute Indien.


Die Publikation stammt übrigens aus der Zeitung “News of Delhi” und sagt selbst, dass Indien weit, weit hinter China zurückliegt. Erstellt wurde das Zahlenmaterial vom The Economistbasierend auf unterschiedlichsten Quellen.

5 Punkte für die erfolgreiche Führung multi-kultureller Teams

Die Geschäftswelt wird zunehmend internationaler, Teams setzen sich heute aus Menschen unterschiedlichster Kulturen zusammen. Die Führung multi-kultureller Teams ist eine Herausforderung für das Management, selbst wenn es sich dabei “nur” um Schweizer und Deutsche handelt. Die Anforderungen an die “Kulturelle Kompetenz” eines Managers steigen dramatisch an, wenn in einem Team auch Mitarbeiter aus asiatischen Kulturen mitarbeiten. Wie kann man solche Teams führen, dass die Gruppe effektiv und effizient arbeitet?

Meine Frau ist Chinesin. In ihrer früheren Heimat lernte sie, sich zurückzuhalten. Eine Person spricht, üblicherweise die ranghöchste, die andern hören zu und zeigen allenfalls mit Kopfnicken ihre Zustimmung. Zum Schluss dürfen dann einer nach dem andern noch ihren Beitrag leisten, wobei sie immer darauf acht geben müssen, dass der Ranghöchste sein Gesicht nicht verliert. Direkte, offene Kritik gibt es nicht. Alles passiert in einer ruhigen Atmosphäre, Emotionen zeigt man nicht.

Wie geht es bei uns zu und her? Wir sprechen durcheinander, manchmal gleichzeitig, wird werden lauter, zeigen Erregheit oder Verärgerung, wir unterbrechen uns, kurz: Eigentlich ein Chaos.

Treffen die beiden Kulturen aufeinander, kommt es zu Friktionen und Missverständnissen. Kommentare wie “Der sitzt nur da und nickt” oder Beurteilungen wie “fehlendes Selbstvertrauen und mangelnde Teamfähigkeit” sind nur die oberflächlichen Symptome grundlegend unterschiedlicher Wertvorstellungen und Verhaltensweisen. Das Team verliert and Effizienz und Effektivität. Wie also soll ein Manager solche Teams führen?

1. Investieren Sie Zeit, um die anderen Kulturen zu verstehen

Konzentrieren Sie sich zunächst nicht auf Unterschiede, sondern Gemeinsamkeiten. Gehen Sie diesen Schritt mit einer offenen, toleranten Grundhaltung an. Sprechen Sie mit den Team-Mitgliedern. Vorallem: Stellen Sie sicher, dass das die einzelnen Personen auch untereinander tun. Sprechen Sie Wertvorstellungen an. Diskutieren Sie, wie die einzelnen Mitglieder Gemeinsamkeiten und Unterschiede – auch bei der Arbeit – empfinden und beurteilen. Scheuen Sie sich nicht, auch mal einen Kurs zum Thema “Interkulturelle Führung” zu besuchen.

2. Stellen Sie Regeln auf – insbesondere für Meetings

Wenn wir in Teams arbeiten, bestehen viele informelle Regeln – mit Ursprung in unserer Kultur, aber auch in der Geschichte der betreffenden Firma. Ein Mensch aus einer andern Kultur kann die nicht oder zumindest nicht sofort erkennen. Klar definierte Regeln helfen Missverständnisse zu vermeiden und Erwartungen klar auszusprechen.

3. Messen Sie die Temperatur im Team

Das Beobachten – oder gar messen – sozialer Zusammenhänge im Team ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Managers in einem multi-kulturellen Team. Nehmen Sie sich viel Zeit für diese Aufgabe. Verfolgen Sie die Stimmung im Team – eventuell auch unter Beizug eines neutralen Coaches.

4. Erhöhen Sie den KQ Ihrer Mitarbeiter laufend

IQ und EQ kennen wir heute alle. Der Kulturelle Quotient (KQ) wird aber noch wenig beachtet. Es schadet nichts, wenn Ihre Mitarbeiter ihre Kulturelle Kompetenz entwickeln, unser geschäftliches Umfeld wird nicht weniger international sondern immer wie mehr. Setzen Sie für Ihre Team-Events mal zur Abwechslung das Thema Kultur auf die Agenda. Das kann auch schon nur ein gemeinsames Nachtessen sein, bei dem Sie gegenseitig die jeweiligen Sitten und Gebräuche lernen.

5. Belohnen Sie Verhalten, das zur Steigerung des KQ Ihres Teams beiträgt

Dieser Punkt wird in vielen Artikeln zum Thema Führung multi-kultureller Teams ignoriert. Dabei ist er sehr wesentlich. Wieso sollten sich die Mitarbeiter der dominanten Kultur anstrengen, ihre Kollegen aus einer andern Kultur zu integrieren und zu unterstützen? Es ist einfacher, den betreffenden Mitarbeiter sich selbst zu überlassen. Setzen Sie also Ziele, die der Steigerung des KQ dienen, messen und bewerten Sie die auch.

Wenn Sie diese Punkte befolgen, sind Sie auf bestem Weg, dass ihr internationales Team effektiv und effizient arbeitet und Höchstleistungen erbringt.

Zu meiner Person: Ich habe in rund 50 Ländern Geschäfte gemacht und jahrelang internationale Teams erfolgreich geführt. Dabei kam erschwerend dazu, dass diese Teams oft über die ganze Welt verstreut waren und somit nicht dauernd in meinem Einfluss waren.

Ist Ihnen der Artikel dienlich? Ich würde mich über Ihren Kommentar freuen. Danke.