Was nützt ein Coach und Mentor (Ergänzungen zu Beobachter TV “Startups”)

Die Sendereihe “Startup” des Beobachter TV veranlasste mich zu diesem Artikel. Während ich die Sendungen prinzipiell unterhaltsam finde, fehlt das aus meiner Sicht wesentlichste Element: Eine klare Botschaft, welche Lehren Kleinunternehmer aus dem Gezeigten ziehen sollen. Daher erlaube ich mir diese aufzuzeigen.

Kurz zur Geschichte – der Link zur halbstündigen Sendung findet Ihr unten:

Cedric Bregnard verkauft und repariert Velos. Sein Geschäft in Biel ist abgelegen, praktisch nur von Stammkunden besucht, aber kaum von Neukunden. Nach 6 Jahren harter Arbeit hatte er einen schweren Velounfall, sein finanzieller Spielraum war praktisch null. Er denkt, dass er umziehen sollte, in einen Laden mit grösserer Verkaufsfläche. Rechtzeitig bewirbt er sich bei Beobachter TV für diese Sendereihe und wird glücklicherweise selektiert.

Nicht umziehen ist das Rezept, sondern ein neues Geschäftsmodell. Sich besser positionieren und einen Händler suchen, der auf Kommissionsbasis arbeitet. So der richtige Ratschlag der Experten von Beobachter TV. Daran ist nichts auszusetzen.

Aber dann ist die Sendung leider beendet. Daher meine Lehren aus dieser Sendung und Emfehlungen an andere Kleinunternehmer die sich selbständig machen wollen:

Nicht jeder hat das Glück und gewinnt eine Beratung des Beobachter TV. Was hätte Cedric (und die andern gezeigten Beispiele) ohne coaching durch Beobachter TV gemacht? Was wäre aus ihm geworden? Ohne Wasser auf meine Mühlen giessen zu wollen: In den meisten Fällen lohnt es sich, einen Coach und Mentor von Beginn weg zu engagieren. Was wäre mit einem Coach (möglicherweise) anders gelaufen?

Cedric hätte sich wohl von Beginn weg besser positioniert, nicht erst nach 6 Jahren. Damit wären ihm viele schalflosen Nächte erspart geblieben und sein Geschäft hätte über Jahre besser funktioniert. Die Sache mit dem Geschäften auf Kommissionsbasis wäre wohl schon bei der Diskussion des Geschäftsmodells mit einem Coach aufs Tapet gebracht worden.

Cedric hätte wohl früher dafür gesorgt, dass er abgesichert ist und ihn ein Unfall nicht fast an den Rand des Ruins gebracht hätte. Es gibt andere Aspekte im privaten Umfeld, die sich erst später nach einer Firmengründung negativ auswirken. Diese Beratung gehört ebenfalls zu den Aufgaben eines Business Coaches.

Was ist weiter festzustellen?

Der Entscheid, vor dem Umzug eine zweite Meinung einzuholen war absolut richtig. Auch dafür sind Coaches und Mentoren da. Glück für Cedric, dass da gerade Beobachter TV mit ihrer Sendereihe war. Hätte er diese Meinung auch sonst eingeholt? Nicht alles, was für den Besitzer offensichtlich erscheint, ist auch richtig.

Cedric hatte eine Phase, bei der er allen Mut verlor und sich die Frage stellte, ob er das Richtige tue. Die Experten von Beobachter TV reagierten auch darauf und motivierten ihn wieder. Sie gaben ihm die notwendige Selbstsicherheit zurück. Ein guter Business Coach ist auch dazu da, zu motivieren, wenn dies nötig werden soll.

Cedric hat dank der Sendung viel Aufmerksamkeit erhalten. Die grosse Zahl an Zuschauern kann ein Business Coach sicher nicht mitbringen. Aber er kann sein ganzes Netzwerk einsetzen und das kann sogar mehr wert sein, als die Aufmerksamkeit im Rahmen einer Fernsehsendung. Der Coach hat möglicherweise Beziehungen zu Lieferanten, die helfen können Kosten zu sparen. Er hat mit grosser Wahrscheinlichkeit auch ein Netzwerk an Kontakten, denen er das Geschäft seines Klienten  schmackhaft machen kann. Das sind Faktoren, die unmittelbar den Geschäftsgang des Kunden beeinflussen.

Was habt Ihr für Erfahrungen mit Coaches? Wann würdet Ihr einen Coach engagieren bzw. wann nicht?

Hier geht’s zur Sendung auf der Webseite von SRF (Schweizer Fernsehen):

Beobachter TV “Neustart im Veloparadies”

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Jürg FreizeitZu meiner Person:

In 35 Jahren in rund 50 Ländern geschäftlich und privat unterwegs.

Mehr über mich bei LinkedIn (Englisch) oder Xing (Deutsch).

Ich coache und berate KMU in den Bereichen

  • Unternehmensführung
  • Verkaufsoptimierung
  • Outsourcing
  • Social Business Strategie
  • Globalisierung und Kulturelle Kompetenz

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5 Punkte für die erfolgreiche Führung multi-kultureller Teams

Die Geschäftswelt wird zunehmend internationaler, Teams setzen sich heute aus Menschen unterschiedlichster Kulturen zusammen. Die Führung multi-kultureller Teams ist eine Herausforderung für das Management, selbst wenn es sich dabei “nur” um Schweizer und Deutsche handelt. Die Anforderungen an die “Kulturelle Kompetenz” eines Managers steigen dramatisch an, wenn in einem Team auch Mitarbeiter aus asiatischen Kulturen mitarbeiten. Wie kann man solche Teams führen, dass die Gruppe effektiv und effizient arbeitet?

Meine Frau ist Chinesin. In ihrer früheren Heimat lernte sie, sich zurückzuhalten. Eine Person spricht, üblicherweise die ranghöchste, die andern hören zu und zeigen allenfalls mit Kopfnicken ihre Zustimmung. Zum Schluss dürfen dann einer nach dem andern noch ihren Beitrag leisten, wobei sie immer darauf acht geben müssen, dass der Ranghöchste sein Gesicht nicht verliert. Direkte, offene Kritik gibt es nicht. Alles passiert in einer ruhigen Atmosphäre, Emotionen zeigt man nicht.

Wie geht es bei uns zu und her? Wir sprechen durcheinander, manchmal gleichzeitig, wird werden lauter, zeigen Erregheit oder Verärgerung, wir unterbrechen uns, kurz: Eigentlich ein Chaos.

Treffen die beiden Kulturen aufeinander, kommt es zu Friktionen und Missverständnissen. Kommentare wie “Der sitzt nur da und nickt” oder Beurteilungen wie “fehlendes Selbstvertrauen und mangelnde Teamfähigkeit” sind nur die oberflächlichen Symptome grundlegend unterschiedlicher Wertvorstellungen und Verhaltensweisen. Das Team verliert and Effizienz und Effektivität. Wie also soll ein Manager solche Teams führen?

1. Investieren Sie Zeit, um die anderen Kulturen zu verstehen

Konzentrieren Sie sich zunächst nicht auf Unterschiede, sondern Gemeinsamkeiten. Gehen Sie diesen Schritt mit einer offenen, toleranten Grundhaltung an. Sprechen Sie mit den Team-Mitgliedern. Vorallem: Stellen Sie sicher, dass das die einzelnen Personen auch untereinander tun. Sprechen Sie Wertvorstellungen an. Diskutieren Sie, wie die einzelnen Mitglieder Gemeinsamkeiten und Unterschiede – auch bei der Arbeit – empfinden und beurteilen. Scheuen Sie sich nicht, auch mal einen Kurs zum Thema “Interkulturelle Führung” zu besuchen.

2. Stellen Sie Regeln auf – insbesondere für Meetings

Wenn wir in Teams arbeiten, bestehen viele informelle Regeln – mit Ursprung in unserer Kultur, aber auch in der Geschichte der betreffenden Firma. Ein Mensch aus einer andern Kultur kann die nicht oder zumindest nicht sofort erkennen. Klar definierte Regeln helfen Missverständnisse zu vermeiden und Erwartungen klar auszusprechen.

3. Messen Sie die Temperatur im Team

Das Beobachten – oder gar messen – sozialer Zusammenhänge im Team ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Managers in einem multi-kulturellen Team. Nehmen Sie sich viel Zeit für diese Aufgabe. Verfolgen Sie die Stimmung im Team – eventuell auch unter Beizug eines neutralen Coaches.

4. Erhöhen Sie den KQ Ihrer Mitarbeiter laufend

IQ und EQ kennen wir heute alle. Der Kulturelle Quotient (KQ) wird aber noch wenig beachtet. Es schadet nichts, wenn Ihre Mitarbeiter ihre Kulturelle Kompetenz entwickeln, unser geschäftliches Umfeld wird nicht weniger international sondern immer wie mehr. Setzen Sie für Ihre Team-Events mal zur Abwechslung das Thema Kultur auf die Agenda. Das kann auch schon nur ein gemeinsames Nachtessen sein, bei dem Sie gegenseitig die jeweiligen Sitten und Gebräuche lernen.

5. Belohnen Sie Verhalten, das zur Steigerung des KQ Ihres Teams beiträgt

Dieser Punkt wird in vielen Artikeln zum Thema Führung multi-kultureller Teams ignoriert. Dabei ist er sehr wesentlich. Wieso sollten sich die Mitarbeiter der dominanten Kultur anstrengen, ihre Kollegen aus einer andern Kultur zu integrieren und zu unterstützen? Es ist einfacher, den betreffenden Mitarbeiter sich selbst zu überlassen. Setzen Sie also Ziele, die der Steigerung des KQ dienen, messen und bewerten Sie die auch.

Wenn Sie diese Punkte befolgen, sind Sie auf bestem Weg, dass ihr internationales Team effektiv und effizient arbeitet und Höchstleistungen erbringt.

Zu meiner Person: Ich habe in rund 50 Ländern Geschäfte gemacht und jahrelang internationale Teams erfolgreich geführt. Dabei kam erschwerend dazu, dass diese Teams oft über die ganze Welt verstreut waren und somit nicht dauernd in meinem Einfluss waren.

Ist Ihnen der Artikel dienlich? Ich würde mich über Ihren Kommentar freuen. Danke.

Gäste analysieren Social Media der Hotels in der Schweiz – Teil I: Die Webseiten

Zusammen mit Freunden aus der ganzen Welt – alles potentielle Besucher und Gäste der Schweiz -  habe ich den Auftritt im Web 2.0 von 50 zufällig ausgewählten Hotels in der Schweiz analysiert. Zusammengefasst: Die Hotels haben dringenden Handlungsbedarf.

Hier einen ersten Überblick bezüglich der Qualität der Homepages bzw. Webseiten der Hotels:

Die Webseite ist Ihre Visitenkarte

Ich muss hier an erster Stelle die Qualität der überprüften Webseiten anprangern. Nicht eine der 50 untersuchten Webseiten war fehlerfrei. Tote Links die nirgends hinführten, Links zu Viren-verseuchten Webseiten, Tippfehler, holprige Übersetzungen, verzerrte Darstellung in handelsüblichen Browsern, das alles spricht nicht für die Qualität der Design-Agenturen. Es wirft zudem ein schlechtes Licht auf Sie als Hotelier, der sich alle Mühe gibt, sein Geschäft bestmöglich zu betreiben. Ich frage mich, ob die Webseiten jemals getestet wurden, insbesondere auch mit verschiedenen Browsern.

Möchten Sie wissen, wie Sie auf Ihre Gäste wirken? Nutzen Sie unseren GästeCheck Social Media für die Hotellerie.

Es geht aber weiter. Wir fanden “Kulturelle Fehler” gegenüber interessierten Gästen aus fremden Ländern, Einsatz veralteter Technologie (beispielsweise “Flash” von Adobe) oder fehlende Verbindungen zu vorhandenen Kanälen in den Sozialen Medien (z.B. Twitter oder Facebook). Aufgefallen ist auch, dass Links in der Englischen Version Ihrer Webseite auf Deutschsprachige Webseiten verweisen, typisch sind u.a. Links auf sbb.ch, wir fragten uns, wieso sich ein Designer nicht die Mühe macht, in diesem Fall auf die Englische Version der SBB zu linken.

Es gibt “best-practices” im Design von Webseiten. Speziell auch für Hotels. Die Mehrheit der untersuchten Seiten berücksichtigt diese leider nicht. Buchungsabläufe sind kompliziert oder nicht von jeder Seite aus möglich, Aufforderungen auf jeder Seite zu einer Aktion fehlen weitgehend, Bilder sind oft von schlechter Qualität, die Navigation ist unübersichtlich, das Impressum (bald obligatorisch in der Schweiz) fehlt, Inhalte sind veraltet (ja, wir haben Speisekarten mit Datum 2011 gefunden), die Reihe der Unzulänglichkeiten ist lang.

Noch schlimmer waren die Ergebnisse, als wir die Webseiten auf Smartphones aufriefen. Die Seiten von wenigen Hotels sind überhaupt “mobil-fähig”. Und das im Zeitalter der mobilen Kommunikation.

Ein weiterer Mangel zeigte sich im Bereich der Verlinkung der Webseiten. Es ist ja löblich, dass Sie einen Link zu Ihren Lieferanten auf Ihrer Webseite platzieren, aber leider kann das auch schädlich sein in Bezug auf die Auffindbarkeit Ihrer Webseite bei den diversen Suchmaschinen. Wenn schon sollten Ihre Lieferanten auf Ihre Seite verlinken, das wäre eher in Ihrem Interesse. Links auf Ihre Seite sind wichtig, nicht umgekehrt. Wieso helfen Sie als Kunde Ihren Lieferanten? Sollte es nicht eher umgekehrt sein?

Links sind ohnehin ein Thema für sich, nur ein Beispiel: Sollen diese im gleichen Browser-Fenster oder in einem neuen “Window” öffnen? Im Zweifel sollten sie ganz klar in einem neuen Fenster erscheinen. Ganz speziell, wenn es sich um einen “fremde” Webseite handelt. In ein paar Fällen fanden wir einen Link zur jeweiligen Agentur, die die Seite entwarf, der sich im gleichen Fenster öffnete. Damit ist der potentielle Gast weg von Ihrer Hotelseite und damit ist die Möglichkeit gross, dass er nicht zurück kommt. Entschuldigung, aber dieser Design-Agentur würde ich gleich die Zusammenarbeit kündigen.

Möchten Sie wissen, wie Sie auf Ihre Gäste wirken? Nutzen Sie unseren GästeCheck Social Media für die Hotellerie.

Überhaupt sind viele Webseiten in keiner Weise optimiert, dass sie durch Google & Co. gefunden werden können. Dazu gibt es wiederum Techniken und Regeln, die einerseits der Webdesigner, aber auch derjenige der die Inhalte schreibt, anwenden bzw. berücksichtigen sollte.

Unser Tipp:

  • Beschaffen Sie sich eine Checkliste über “best-practices” für den Design von Hotel-Webseiten
  • Testen Sie Ihre Webseite, auch mit unterschiedlichen Browsern und auf Mobiltelefonen
  • Machen Sie das periodisch, prüfen Sie insbesondere, ob Links zu andern Webseiten oder pdf-Dokumenten noch funktionieren
  • Ziehen Se allenfalls eine externe Firma bei – unabhängig vom Designer Ihrer Webseite
  • Überprüfen Sie auch Ihre Webagentur, ob sie auf dem neuesten Stand ist, leider vernachlässigen zu viele Kleinfirmen ihre Weiterbildung

So geht’s weiter:

Hier die Resultate der Analyse über den Auftritt in den Sozialen Medien: Die 5 schwerwiegendsten Fehler bei der Nutzung von Social Media.