Nehmt den Marketing-, Branding- und PR-Leuten die Herrschaft über „Social Media“ weg

Ja, das meine ich so. Nehmt den Marketing-, Branding- und PR-Leuten die Herrschaft über „Social Media“ weg. Damit meine ich die alleinige Herrschaft. Ansonsten werden Ihre Erfolge immer beschränkt bleiben – und Sie möchten doch grossen Erfolg haben, oder? „Social Media“ gehört in die Hände der Firmenleitung und schlussendlich in die Hände aller Mitarbeiter.

Natürlich können Sie Ihre Kommunikation auf PR, Branding und Marketing beschränken. Sofern Sie die Mittel richtig nutzen. Aber haben Sie sich schon mal überlegt, wo Ihre Berührungspunkte sind mit Konsumenten, Geschäftskunden, Geschäftspartnern, Lieferanten, Mitarbeitern, politischen Behörden, Verbänden, kurz: Mit der Umwelt? Haben Sie sich schon überlegt, in welchen Bereichen Sie – nebst PR, Branding und Marketing – Berührungspunkte haben, beispielsweise Verkauf, Forschung, Entwicklung, Personalabteilung, Kundensupport, Rechtsabteilung, Finanzen, kurz: Ihrer gesamten Wertschöpfungskette? Haben Sie sich überlegt, wo der grösste Nutzen im Einsatz der Mittel des Web 2.0 und damit Ihre höchsten Prioritäten sein sollten?

Solange Sie den Einsatz von „Social Media“ punktuell auf PR, Marketing und Branding beschränken, solange wird auch Ihr Erfolg punktuell bleiben. Ich vertrete klar die Meinung, dass ein Unternehmen „Social Media“ in allen Bereichen nutzen soll. Damit wird es zu einem „Social Business“, einem Unternehmen, das seine Interaktion mit der gesamten Umwelt auf eine neue Basis stellt.

Dieses Unternehmen benötigt jedoch eine völlig neue Firmenkultur. Eine Kultur, die von Vertrauen geprägt ist, dass alle Mitarbeiter vernünftig mit der Umwelt kommunizieren. Dieses neue Unternehmen braucht neue Mitarbeiter, die verantwortungsvoll mit ihren Kompetenzen umgehen können. Das Unternehmen benötigt eine neue Prozessstruktur, die nicht linear und hierarchisch aufgebaut ist, sondern autonome Bereiche, zwischen denen die Informationen und Aufgaben ungehindert fliessen. Das Unternehmen muss nicht zuletzt in neue Infrastruktur investieren, die die Verwaltung, Dokumentation und Sicherheit garantieren können.

Damit ist gesagt: Der Weg hin zum „Social Business“ passiert nicht an einem Tag. Es ist ein Änderungsprozess, der sich über viele Jahre hinzieht. Dieser Prozess benötigt eine entsprechende Planung, Führung und Steuerung. Er benötigt eine Strategie, eine Unternehmensstrategie.

Und damit sind wir bei meiner einleitenden Forderung: Nehmt Marketing-, Branding- und PR-Leuten die Herrschaft über „Social Media“ weg und gebt sie in die Hände der Firmenleitung. Und sorgen Sie dann dafür, dass „Social Media“ von allen Mitarbeitern genutzt wird.

In diesem Sinne: Viel Erfolg auf dem Weg zum „Social Business“.

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2 Gedanken zu „Nehmt den Marketing-, Branding- und PR-Leuten die Herrschaft über „Social Media“ weg

  1. Der Weg ist lang und steinig. Das weiss ich aus eigener Erfahrung. Aber in der Tat ist es so, wenn Social Media einfach als ein weiterer Marketingkanal verstanden wird, bringt dies auf die Länge nichts. Viele Unternehmen pflegen heute halt den „Nicht-Dialog“ mit den Kunden. Diese Haltung wird/muss sich in Zukunft ändern. Denn wenn alle drum herum kommunizieren, werden diese verlieren. Spannend, der Text, danke für die Gedanken.

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