Der Weg zum Social Business 3 – Vision, Mission, Ziele

Anhand des Reifegradmodells und dem Strategischen Modell wird eine Situationsanalyse durchgeführt. Das war Thema des letzten Artikels „Der Weg zum Social Business 2 – Der erste Schritt„. Nun beginnen wir mit der Erarbeitung der eigentlichen Strategie. Ich werde dazu meine eigene Firma beiziehen, aber auch Beispiele aus andern Branchen verwenden.

Erinnern wir uns, ich plädiere für eine umfassende Sicht auf „Social Media“. Was am Markt als „Social Media Strategie“ angepriesen wird, ist in der Regel ein Kommunikations- bzw. Marketingkonzept, das auf die bestehende Unternehmensstrategie abgestimmt ist. Das kann funktionieren, es kann aber auch völlig schief laufen, wenn das Unternehmen ein ungeeignetes Geschäftsmodell hat oder die Firmenkultur nicht „sozial“ ist (es gibt viele weitere Bereiche, die ein Scheitern verursachen können).

Eine Social Business Strategie erfordert eine Überprüfung und allenfalls Anpassung des gesamten Unternehmens. Vision, Mission, Zielsetzungen, Geschäftsmodell, Prozesse, Technologie, sie alle sind zu überprüfen und allenfalls anzupassen. So wie ich das tat für meine Firma.

Sie alle kennen das klassische Beratungsgeschäft. Ich war auch so ein Berater für mittlere und grössere Firmen. Die Art, wie Beratung verkauft und erbracht wird, führt zu hohen Kosten und zwangsläufig zu hohen Honoraren. Honorare, die sich kleine Firmen kaum leisten können. Dabei wäre es so sinnvoll, sind doch nach 5 Jahren in der Schweiz 80% der Neugründungen wieder geschlossen. Da ist ein verwaister Markt, in dem nur ganz wenige seriöse Berater tätig sind.

Aber wie diesen Markt angehen? Würden Methoden und Techniken aus der traditionellen Unternehmensberatung 1:1 angewendet, wäre das „mit Kanonen auf Spatzen geschossen“ (nehmen Sie mir diesen saloppen Vergleich bitte nicht böse). Ein Berater hat auch keine Motivation, einfach die Honorare zu senken und damit das Einkommen zu reduzieren. Ich sehe in der Nutzung Sozialer Netze und anderer Online Technologien  Ansätze für ein neues Geschäftsmodell, mit dem dieser Markt bedient werden kann. Ich beschloss, meine Firma zu transformieren und entwickelte meine entsprechende „Social Business Strategie“.

Vision: Ich bin mit der adwyse GmbH und weiteren interessierten Partnern in der Schweiz ein Pionier in der Nutzung von neuen Geschäftsmodellen, Methoden und Online-Technologien im Bereich der Unternehmensberatung für Klein- und Kleinstfirmen.

Mission: Ich und die Partner der adwyse GmbH sind der „erfahrene Bergführer“ für Klein- und Kleinstfirmen. Wir bieten Sicherheit, Motivation und Geschäftserfolg durch Beratung, Coaching und Mentoring. Wir differenzieren uns indem wir a) bewährte Methoden und Techniken aus Grossfirmen auf den Einsatz in diesem Umfeld adaptieren und b) Unternehmensberatung für diesen Kundenkreis durch Nutzung neuer Technologien bezahlbar machen. 

Da steckt viel in diesen beiden Aussagen. Konkretisiert wird die Vision und Mission mit den Unternehmenszielen  für den Einsatz von Social Media (beachten Sie, dass ich hier nur die Ziele für 2013 aufführe, dass ich ein paar Zahlen weglasse und es daneben noch ein paar Ziele gibt, die ich hier nicht publizieren möchte):

  • Reduktion meiner offline und online Ansätze um x CHF/Stunde bei gleichbleibendem Gewinn
  • 50% meiner Neuaquisitionen basieren auf einem Erstkontakt in den Sozialen Netzen
  • 50% meiner Beratungstätigkeit erfolgt online
  • Reduktion Verkaufsaufwand (Reisezeit) um weitere 5 Stunden pro Woche
  • Reduktion der Kosten für Marketing (Briefe, Werbung) um x CHF/Monat, 80% des Restbudgets auf Online-Medien
  • Einsatz Sozialer Netze als Crowdsourcing-Platform um Marktchancen für „… einfach ein neues Service-Angebot…“ zu eruieren

Darus resultieren untergeordnete Ziele, wie Sie sie vielleicht von Online-Marketeers kennen:

  • Überarbeiten der Webseite (mehr Informationen, weniger Fragen, mehr online)
  • Verdoppelung der Anzahl Zugriffe auf meine Webseite von x auf y pro Woche und xxx Abonennten meines Newsletters
  • Aufbau eines Forums „Unternehmer helfen sich gegenseitig“ mit x Teilnehmern
  • Mindestens x positive Reviews auf den diversen Platformen (Google, LinkedIn, Xing)
  • Mindestens x Online-Advokaten, die mich proaktiv empfehlen

Auch jetzt mache ich mir noch keine Gedanken, was das in Bezug auf die Anzahl Fans oder Followers und deren Interaktion bedeutet. Denn zunächst werde ich die Themen definieren, die ich besetzen will. Erst dort interessiert mich die Interaktion, wenn ich messe, wie meine Themen aufgenommen werden. Doch dazu mehr in einem späteren Artikel.

Darum frage ich: Zählen Sie noch Fans oder schon Franken?

Ich möchte Ihnen hier kurz eine Methode erläutern, wie Sie die Frage anpacken können, wie Sie mittels Social Media Innovation in Ihr Geschäft bringen können. Die Methode basiert auf der Wertschöpfungskette von Porter. Ich wähle dazu die „Hotellerie“  als Beispiel.

Gäste Life Cycle Hotel

Klicken Sie auf das Bild für eine vergrösserte Darstellung

Zeichnen Sie auf, wie der Zyklus eines Gastes (oder Kunden) aussieht. Wo sind Probleme? Wo sind die Touch-Points (Berührungspunkte) mit Ihrem Kunden? Dazu 2 Beispiele:

Cäsar’s Hotel hatte eine Zunahme an Stornierungen nach erfolgter Buchung. Irgendwann während der Wartezeit erhalten ausgewählte Kunden heute eine Nachricht, die in etwas so aussehen könnte: „In x Tagen werden Sie in unserem Hotel in Paris einchecken. Wir freuen uns mittzuteilen, dass an der Rezeption 2 Tickets für den Eiffelturm für Sie bereit stehen“. Das passiert nicht einfach so, das erfordert neue Prozesse und möglicherweise auch neue Technologie.

In einem Hotel in Hong Kong lag mal ein Papierfetzen mit einem QR-Code unter dem Bett. Gescannt: „Danke, dass Sie uns helfen, die Zimmer zu kontrollieren. Als Dank erhalte Sie heute Abend im Restaurant eine Flasche Wein“. Meine Nachfrage ergab, dass das Hotel auf die üblichen Zimmerinspektionen nach der Reinigung verzichtet. Stattdessen wird im Falle einer Reklamation sehr kulant reagiert und Kunden in der beschriebenen Form „entlöhnt“. Die Einsparungen sowie die zusätzlichen Einnahmen durch das Nachtessen übersteigen die Ausgaben für die kulante Behandlung von allfälligen Gästereklamationen und die Flasche Wein bei weitem. Kostenreduktion par excellence. Aber auch das passiert nicht so, die Kultur im Hotel, das Pflichtgefühl der Reinigungsequipe müssen stimmen.

Wann starten Sie mit dem Umbau Ihres Unternehmens zu einem Social Business? Ich unterstütze Sie gerne dabei.

Sie sehen, Social Media hat viel mehr Potential als Marketing, PR und Werbung. Im nächsten Artikel werden wir uns darüber unterhalten, was für äussere und innere Einflüsse für die Erarbeitung eines Social Business Strategie relevant sind. Dabei werde ich u.a. eine Methode zeigen, wie ich die Themen für meinen Auftritt in den Sozialen Netzen bestimmte.

________________________

Jürg FreizeitZu meiner Person:

In 35 Jahren in rund 50 Ländern geschäftlich und privat unterwegs.

Mehr über mich bei LinkedIn (Englisch) oder Xing (Deutsch).

Ich coache und berate KMU in den Bereichen

  • Unternehmensführung
  • Verkaufsoptimierung
  • Outsourcing
  • Social Business
  • Globalisierung und Kulturelle Kompetenz

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4 Gedanken zu „Der Weg zum Social Business 3 – Vision, Mission, Ziele

  1. Reblogged this on ultra_bug und kommentierte:
    Zitat: „Eine Social Business Strategie erfordert eine Überprüfung und allenfalls Anpassung des gesamten Unternehmens. Vision, Mission, Zielsetzungen, Geschäftsmodell, Prozesse, Technologie, sie alle sind zu überprüfen und allenfalls anzupassen. “

  2. Pingback: Der Weg zum Social Business 4 – Von der Analyse externer und interner Einflüsse zur Value Proposition | Jürg's adwyse

  3. Pingback: Der Weg zum Social Business 2 – Der erste Schritt | Jürg's adwyse

  4. Pingback: Der Weg zum Social Business 6 – Controlling und Compliance | Jürg's adwyse

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