Gerührt, nicht geschüttelt – Privat und geschäftlich vermischen sich mehr und mehr

Roman Kappeler hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen, also ein paar Fragen auf seinem Blog an verschiedene Leute gestellt. Dabei verlinkte er auf meinen beruflichen Blog, obschon die Fragen eher persönlicher Natur sind. Zufall? Ich denke nicht. Social Media wird in immer mehr Bereichen wichtig. Leute, die Facebook oder Twitter (und wie sie alle heissen) nur privat oder nur geschäftlich zu nutzen, werden immer seltener.

So ist es auch bei mir. Die diversen Plattformen sind für mich als selbständig Erwerbender enorm wichtig geworden. Aber mehr dazu in den Antworten zu Roman’s Fragen:

1. Meine liebste Twitterdiskussion in diesem Jahr handelte von…

… ob sich Twitter überhaupt für Diskussionen eignet, oder ob es nicht doch eher ein Medium ist, lediglich seine Meinung kund zu tun. Gerade zu politischen Themen finde ich, gibt es keine echten Diskussionen. Andewre Meinungen dazu sind aber herzlich willkommen. Nutzt doch die Kommentarfunktion.

2. Wo holt Ihr die verlässlichsten Informationen im Netz?

Ich habe mal das Handwerk des Recherchierens gelernt. Quellen sind eines, aber deren Verlässlichkeit zu überprüfen  ist eine andere Story. So hole ich Informationen von vielen Orten, ohne sie aber gleich zu glauben. Erst durch interpretieren, quervergleichen, usw. werden diese Informationen auch verlässlich.

3. Fremde Menschen sollen miteinander über Social Media in Kontakt treten, weil…

… sie wohl kaum einfacher Gelegenheit haben, so verschiedenartige Leute so zahlreich kennenzulernen. Ich habe heute ein virtuelles Netzwerk, das mittlerweile ebenso wichtig ist, wie das „physische“. In der Regel unterscheide ich die heute nicht einmal mehr.

4. Was verpassen Menschen ohne Internetzugang (gewollt oder ungewollt)?

Ich setze das „Internet“ der „Bildung“ gleich. Menschen ohne Internetzugang werden in Zukunft benachteiligt sein. Daher unterstütze ich Projekte, die Jugendlichen den Zugriff aufs Internet ermöglichen.

5. Wie hat Social Media Eure Lebensqualität verändert?

Ich berate und coache meine Kunden immer wie mehr online. Auch ein grosser Teil meiner Verkaufsaktivitäten passieren heute im Internet. Meetings am gleichen Tisch sind sehr häufig gar nicht mehr nötig. Insofern hat mir Social Media und das Internet als Gesamtes viel mehr Flexibilität gegeben.

6. Welche Erfindung hättet Ihr gerne gemacht?

Ich liebe es zu reisen. 50 Länder habe ich besucht (und dort geschäftlich zu tun gehabt). Von daher würde ich lieber entdecken als erfinden. Ich wäre liebend gerne mit Zheng He gesegelt, zu einer Zeit, als China die grösste Flotte aller Zeiten besass.

7. Was hättet Ihr an Eurem 20. Geburtstag, wenn es denn da Twitter schon gegeben hätte, vertwittert?

Bern hätte gebebt. Mit Freunden luden wir auf dem Jahrmarkt auf der Schützenmatte alle zu Wein ein, die Lust hatten. Mit Twitter wären es einfach noch viel mehr geworden.

Bonusfrage von Roman:

Welche 5 Gegenstände sind in Eurem Leben heute unabdingbar ?

Meine Lesebrille, mein iPod mit etwas der Hälfte meiner Musiksammlung, meine Fotokamera, mein Notebook (ja, ich nutze den viel häufiger als einen iPad oder mein Smartphone), eine Flasche Wasser.

Ich möchte das Blogstöckchen passend zum Thema an ein paar selbständig Erwerbende weiterreichen: Romi Staub, Mike FlamSandra Matteotti, Sofia Esteves sowie Daniel Eicher.

Meine Fragen:

Warum bist Du selbständig Erwerbender geworden?

Wie hat sich Dein Leben dadurch geändert?

Wie trennst Du Privatleben und Geschäft?

Welche Rolle hat das Internet und Social Media für Dein Geschäft?

Warum sollte jemand überhaupt sein eigenes Unternehmen gründen?

Was sind Deine Tipps für Firmengründer?

Was fasziniert Dich genau an Deinem Tätigkeitsgebiet?

Wo würdest Du am liebsten leben?

Wohin wirst Du 2014 reisen?

Vielen Dank an Roman für’s Werfen des Stöckchens und danke denjenigen, die es jetzt fangen. Mir hatte es Spass gemacht.

Das Ende der Anonymität im Netz?

Anonym

Ist Schluss mit der Anonymität im Internet? Anonyme, gehässige Leserbriefe. Cyber-Mobbing.

Habt Ihr Euch auch schon gefragt, was wäre, wenn das Netz nicht anonym wäre? Würden solche negativen Erscheinungen verschwinden? Wie denkt Ihr über Anonymität im Internet?

Es sind 3 Dinge zum Thema „Anonymität“, die mir diese Woche im Kopf hängen blieben:

Ich besuchte eine Veranstaltung zum Thema „Digital Natives“, bei der ein Referent quasi dazu aufrief, auf Facebook anonym mitzumachen, obschon Facebook dies nach seinen Bedingungen nicht zulässt.

Die Ankündigung von Airbnb (Marktplatz, der Reisende mit Vermietern verbindet), dass sie ein Verifikationssystem einführen (Introducing Airbnb Verified ID).

Ein Artikel über Bitcoin (Online Zahlungssystem), der das Ende anonymer Zahlungen voraussagt – nicht zuletzt auf Grund eines Vorfalls von Geldwäscherei (Black-hat bitcoin’s days are numbered).

Grundsätzlich sollte es möglich sein, sich im Netz anonym zu bewegen. Ich trage auch kein Namensschild, wenn ich mich in der Öffentlichkeit bewege. Mit den eingangs erwähnten negativen Auswirkungen von namenlosen Hetzern und Rüppeln müssen wir wohl leben.

Und doch, sind wir nicht gerade daran, diese Anonymität aufzuheben? Schrittweise?

Wir nutzen immer mehr Services über das Internet. Immer mehr Firmen verlangen eine Identifikation, wie eben Facebook, Airbnb, in Zukunft wohl auch Bitcoin. Die Liste der Firmen dürfte noch zunehmen, bei denen wir uns „ausweisen“ müssen.

Was denkt Ihr? Wird das anonyme Internet Bestand haben oder lösen wir das schrittweise auf – bewusst oder unbewusst – und werden zur transparenten Gesellschaft?

Ist diese Frage überhaupt relevant, wenn 82% der erwachsenen Online-Nutzer ein öffentliches Profil haben? (Transparency vs. Anonymity).